Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?

Nach der Landtagswahl 2017 ist die SPD-Landtagsfraktion durch unser Bundesland NRW gezogen und hat sich mit vielen Expert*innen darüber ausgetauscht, was einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag ausmacht. Am 9. September war Jochen Ott, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, zu Gast in Bergisch Gladbach, um im Rahmen der Reihe „Arbeitskreis vor Ort“ über die Ergebnisse zu sprechen sowie mit Expert*nnen und Bürger*innen darüber zu diskutieren.

Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?
Jochen Ott und ich kennen uns noch aus meinen Kölner Zeiten

Jochen Ott stellte zuerst die entwickelte Vision der Landtagsfraktion für einen guten, gerechten und gesunden offenen Ganztag vor. Danach diskutierte er gemeinsam mit den anderen ExpertenInnen Frank Stein (Beigeordneter und Jugenddezernent der Stadt Bergisch Gladbach), Dr. Sonja Frohleiks (Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Kippekausen) sowie Alwine Pfefferle (Geschäftsbereichsleiterin Kinder, Jugend, Familie und Beratungsdienste der AWO Rhein-Oberberg) darüber, was ihrer Meinung nach einen  guten, gerechten und gesunden offenen Ganztag ausmacht.

Was bedeutet für mich ein guter, gerechter und gesunder Offener Ganztag?

Unsere große Tochter hat das große Glück eine Offene Ganztagsgrundschule (OGS) zu besuchen, in die sie gerne geht. Trotzdem weiss ich auch, wo der „Schuh drückt“.
Gut ist deshalb für mich zu allererst ein Offener Ganztag, in den die Kinder mit Freude gehen. Das Wichtigste dafür sind Betreuer*innen, die „einen guten Draht“ zu den Kindern haben und neben fachlicher Qualifikation vor allen Dingen Herzenswärrme und Zugewandheit ausstrahlen.
Gerecht ist für mich, wenn jede Familie, die dies möchte, auch einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommt. Davon sind wir noch weit entfernt und es bedeutet u.a. in Bergisch Gladbach einen massiven Ausbau. Denn 95-100 Prozent der Familien möchten einen Platz. Weiterhin bedeutet Gerechtigkeit für mich, eine komplette Beitragsfreiheit für die Familien, inklusive Essen und Trinken für die Kinder. Jedes Kind sollte vom Kindergarten an einen kostenfreien Zugang zu guter Bildung haben. Nur so ist gesichert, dass alle Kinder dieselben Chancen bekommen.
Gesund bedeutet für mich, dass die Kinder genug Platz haben und sich in kindergerechten Räumlichkeiten aufhalten können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wichtig ist auch eine gesunde Ernährung, die den Kindern trotzdem schmeckt. Dafür ist es sehr wichtig, dass das Essen frisch zubereitet wird und die Kinder die Küche als einen spannenden Teil der Einrichtung erleben dürfen.

Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?
v.l. Dr. Sonja Frohleiks, Jochen Ott, Frank Stein und Alwine Pfefferle

Konsens der Expert*innendiskussion war, dass der Offene Ganztag eine Bildungseinrichtung ist und sie wie alle anderen Bildungseinrichtungen vollständige kostenfrei für die Kinder sein müsse. Neben dem Ausbau muss darüber hinaus mehr Geld in die Qualität investiert werden.
Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass das wesentliche Problem der Dreiklang aus Zeit, Raum und Geld sein ist. Darauf müssen die Prioritäten der Politik und Verwaltung gelegt werden.

Abschließend fasste Frank Stein zusammen: “Schule und Jugendhilfe müssen viel mehr miteinander verzahnt werden. Eine offene Ganztagsschule aus einer Hand. Das muss unser Ziel sein.“

Vera Werdes trifft Brigitte Holz-Schöttler

Vera Werdes trifft Brigitte Holz-Schöttler
Vera Werdes trifft Brigitte Holz-Schöttler
Brigitte Holz-Schöttler (links) und Vera Werdes vor der Rösrather Kindertagesstätte Purzelbaum.

Welche Sorgen treiben die Kindertagesstätten um? Was muss die Politik ändern? Welche Besonderheiten haben Einrichtungen von Elternvereinen? Aber auch…, was funktioniert gut und hat sich verbessert? Diese Fragen und vieles mehr haben die Leiterin der Rösrather Kindertagesstätte Purzelbaum Brigitte Holz-Schöttler und die SPD-Landtagskandidatin Vera Werdes besprochen.

Vera Werdes, selbst Mutter von zwei Kindern im Kindergartenalter, hat sich zusammen mit Brigitte Holz-Schöttler die Kindertagesstätte in Hoffnungsthal, den dazugehörenden Waldkindergarten sowie die naheliegende Offene Ganztagsgrundschule (OGS) der Gemeinschaftsgrundschule Hoffnungsthal angeschaut. Träger aller drei Einrichtungen ist der Rheinisch-Bergische Elternverein e.V. Die Landtagskandidatin kam auch ins Gespräch mit dem Leiter der OGS Martin Becher und erfuhr viel über die wertvolle Arbeit der OGS.

„In Rösrath fehlen KiTa-Plätze. Unsere Kindertagesstätte ist schon mit sechs Kindern überbelegt und muss dennoch Kinder ablehnen. Das muss sich ändern. Zudem brauchen wir eine auskömmliche Finanzierung unserer Arbeit. Dafür soll sich Vera Werdes im Landtag einsetzen“, fordert Brigitte Holz-Schöttler.

„Das Team der KiTa Purzelbaum ist sehr erfahren und investiert viel Herzblut und Expertise. Davon profitieren die Kinder. Sie können sich hier richtig austoben und erhalten viele individuelle Angebote. Hier möchte man direkt wieder Kind sein. Diese tolle Arbeit müssen wir wertschätzen und dazu gehört auch eine auskömmliche Finanzierung. Darüber hinaus, sollte jedes Kind einen KiTa-Platz bekommen. Das will ich gerne zum meinem Thema im Landtag machen“, sagt Vera Werdes.

Mehr zum politischen Schwerpunkt „Familienfreundliche Kindergärten“ von Vera Werdes finden Sie hier.