Spende an Verein für Obdachslose

von links Benedikt Bräunlich, Vera Werdes, Ali und Lucie MIsini und Frank Stein
v.l. Benedikt Bräunlich, ich, Ali und Lucie MIsini und Frank Stein

Auf der vergangenen Weihnachtsfeier der SPD Bergisch Gladbach haben wir  wieder Spenden für zwei lokale Projekte gesammelt. Insgesamt wurden 660 Euro gespendet. Diese zwei Projekte waren diesmal die Mädchenberatungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen und die Platte, ein Verein, der sich um Obdachlose und Bedürftige in Bergisch Gladbach kümmert. Seit 2017 organisiere ich als stellvertretende Vorsitzende jedes Jahr diese Spendenaktion.

„Unsere beiden SPD-Mitglieder Frank Stein (Beigeordneter für Jugend und Soziales der Stadt Bergisch Gladbach und Bürgermeisterkandidat für Bündnis 90/Die Grünen, FDP und SPD) und Rolf Ibe (Gründungsmitglied des Begegnungscafés Himmel un Ääd in Schildgen  und sachkundiger Bürger der SPD-Fraktion Bergisch Gladbach) haben beide die Platte als Spendenempfänger vorgechlagen. Ich fand die Idee sofort überzeugend und den anderen Vorstandsmitgliedern der SPD Bergisch Gladbach ging es genauso.“

Wertvolle Arbeit für Wohnungslose

Der Verein handelt nach dem Motto „Ein wenig mehr Menschlichkeit“ und hilft Obdachlosen und Bedürftigen durch Kleidungs- und Essensspenden. Die Idee entstand zunächst in einem losen Verbund. Nach einer gelungenen Weihnachtsaktion, folgten weitere Aktionen im Jahr 2017. Im gleichen Jahr gründete sich dann auch der Verein „Die Platte“. Seit März 2019 ist der Verein eine der Organisationen, die – in Abstimmung mit der Stadt – das Gelände auf dem Dach des Infokiosks neben dem Rathaus für wohnungslose und bedürftige Menschen betreiben. Neben einer kleinen Vorbereitungsküche werden dort Essen ausgegeben und Spenden verteilt. Neben diesen stationären Angeboten, besitzt der Verein seit letztem Jahr auch einen Kältebus, der auch durch Spenden finanziert wurde. Mit diesem Bus können mobil und überall warme Getränke zubereiten. Zudem hat er eine Standheizung, damit sich Menschen im Innenraum aufwärmen können.
Bei der Spendenübergabe wurden die verschiedenen Aktivitäten der Obdachlosenhilfe in Bergisch Gladbach erläutert. Dazu zählen sowohl die Aktivitäten rund um den Infokiosk mit der Suppenküche als auch die ersten Erfahrungen mit dem Kältebus.

Luci Misini, die 2. Vereinsvorsitzende, bedankte sich am Ende der Spendenübergabe für die 330 Euro und schloss das Gespräch mit den weisen Worten von Jean de la Fontaine: „Menschen müssen sich gegenseitig helfen, das ist ein Naturgesetz.“

100 Prozent für Frank Stein

100 Prozent für Frank Stein
Frank Stein wurde von den Mitgliedern zum Bürgermeisterkandidat gewählt.

100%ig steht die SPD Bergisch Gladbach hinter Frank Stein!
100% der SPD-Mitglieder haben gestern Abend für die Zusammenarbeit mit Bündnis 90 / Die Grünen Bergisch Gladbach und FDP Bergisch Gladbach sowie den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten FrankStein gestimmt. Und auch ich stehe 100%ig hinter Frank!

In lauter glückliche, neugierige und begeisterte Gesichter blickte Frank Stein bei seiner Rede auf der SPD-Mitgliederversammlung am 11.11.2019. Der Grund dafür war er. Nachdem am vorangegangenen Freitag Bündnis 90/Die Grünen Bergisch Gladbach und am Samstag die FDP Bergisch Gladbach ihn zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt hatten, war die Wahl zum SPD-Bürgermeisterkandidaten nur noch eine reine Formsache. Mit 100 Prozent folgten die Mitglieder dem Vorschlag des Ortsvereinsvorstandes und wählten Frank Stein zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Damit stimmten sie auch dem 16-seitigen Grundsatzpapier der drei Parteien zu. Dabei verzichteten sie sogar auf die Diskussion über das Papier. Viele von ihnen hatten es schon vorab gelesen und ihre Zustimmung signalisiert.

Andreas Ebert, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Bergisch Gladbach und Klaus Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Bergisch Gladbach, stellten den Genoss*innen zunächst die Entstehung des Parteienbündnisses und die Grundzüge des Grundsatzpapiers vor. Sie machten dabei deutlich, dass die Zeit der „Großen Kooperation“ in Bergisch Gladbach nach der Kommunalwahl 2020 vorbei sei. Mit den zwei neuen Partnern wolle man nicht weiter den Mangel verwalten, sondern die Stadt aktiv gestalten. Dies sei mit der CDU bisher oft nicht möglich gewesen. Beide sind sich sicher, dass unsere Stadt einen neuen Aufbruch braucht, der gemeinsam mit Frank Stein, den Grünen und der FDP gelingen wird. Der Leitgedanke des Bündnisse und des gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten lautet deshalb: Kräfte bündeln – Bergisch Gladbach kann mehr.

Frank Stein stellte in einer sehr persönlichen Rede seine Eckpunkte für seinen Wahlkampf vor. Dabei machte er sehr deutlich, dass die jeweiligen Leuchtturm-Projekte der einzelnen Parteien sich in seiner Person widerspiegeln. Als Beispiel nannte er dabei die Überbauung von Parkplätzen mit sozial gefördertem Wohnraum. Dieses Thema verbinde zwei wichtige Aspekte der jeweiligen Partner. Denn auf der einen Seite wird bezahlbarer Wohnungsraum geschaffen, der schon immer eine Herzensangelegenheit der SPD ist und auf der anderen Seite werden dabei keine neuen Grünflächen versiegelt. Somit sei dies auch mit den Zielen der Grünen vereinbar. Und auch die FDP begeistert sich für diese neue Art des Bauens.

Frank Stein will mit diesem Bündnis frischen Wind in die Bergisch Gladbacher Politik bringen: „Wir werden eine Politik verwirklichen, die gleichermaßen dem sozialen Zusammenhalt, der ökologischen Erneuerung, einer zukunftsfähigen Bildungspolitik und der ökonomischen Vernunft verpflichtet ist.“

„Die SPD-Mitglieder sind mit Kandidatur von Frank Stein und den Verhandlungsergebnissen hoch zufrieden. So soll es sein“, freut sich Andreas Ebert.

Frank Stein ist unser Bürgermeisterkandidat

Frank Stein will Bürgermeister werden.
Frank Stein will Bürgermeister werden. Copyright: Insa Hagemann

Als stellvertretende Vorsitzende der SPD Bergisch Gladbach unterstütze ich die Kandidatur von Frank Stein als Bürgermeisterkandidat, denn er erkennt die Probleme unserer Stadt, weiß meistens wie man sie beheben kann und auch, wie dies zu finanzieren ist. Eine seltene und umso wertvollere Kombination!

Wir wollen unsere Kräfte bündeln, weil unsere Stadt Bergisch Gladbach mehr kann. Und wir laden auch andere ein mitzumachen. Für uns ist Frank Stein genau der richtige gemeinsame Bürgermeisterkandidat, weil er eine leidenschaftliche Vision davon hat, wohin er mit Bergisch Gladbach will. Und diese Vision des Aufbruchs teilen wir. Darauf basiert unser 16-seitiges gemeinsames Grundlagenpapier für unsere Zusammenarbeit. Frank Stein hat eine klare, wissens- und erfahrungsbasierte Vorstellung davon, wo er wie anpacken muss, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Darüber hinaus hat er die Fähigkeit, die Menschen um ihn herum auf diesem Weg mitzunehmen“, erklären Eva Gerhardus (Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bergisch Gladbach), Anita Rick-Blunck (Vorsitzende der FPD Bergisch Gladbach) und Andreas Ebert (Vorsitzender der SPD Bergisch Gladbach) auf der gemeinsamen Pressekonferenz am 23. Oktober 2019.

„Angetrieben von der zunehmenden Erkenntnis, dass das ‚Weiter so‘ in unserer Stadt ein Ende haben muss, haben wir seit Anfang des Jahres Gespräche geführt: einzeln und gemeinsam, parteiintern und parteiübergreifend. Meistens hat es Spaß gemacht und manchmal wurde um den Weg gestritten. Wir haben nach und nach Vertrauen aufgebaut sowie Gemeinsamkeiten und Mitstreiter*innen für ein neues, lebendigeres Bergisch Gladbach gefunden. Und wir haben sie in dieser Dreierkonstellation mit genau diesem Bürgermeisterkandidaten gefunden. Wir sind überzeugt von unseren Plänen für die nächsten 5 Jahre, die wir ausführlich erarbeitet haben. Und mit dieser Überzeugung wollen wir unsere Mitglieder auf dem gemeinsamen Weg mitnehmen und ihre Zustimmung dafür einholen. Denn natürlich haben sie das letzte Wort“, bekräftigen die drei Parteivorsitzenden.

Am 8. November ist die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, am 9. November folgt die der FPD und die SPD trifft sich am 11. November.

„Der Erhalt der Umwelt und ein gutes Leben für die Bürger*innen sind Ziele der Grünen. Jetzt können wir sie zügig und konkret umsetzen: Ein sicheres Radverkehrsnetz für alle Generationen und ein öffentlicher Nahverkehr, den alle gerne benutzen, um das Verkehrschaos zu überwinden. Somit steigern wir auch die Lebensqualität und Einkaufsattraktivität in der Innenstadt. Keinen Flächenverbrauch im Außenbereich so wie es der Flächennutzungsplan vorsieht, sondern intelligente und sozial durchdachte Nachverdichtung in der Stadt sind unsere Ziele und ein Mitdenken von Klimaschutz und Ökologie in allen Handlungsbereichen der Stadt“, so Eva Gerhardus.

„Wir Liberale suchen uns unsere Partner da, wo ein klarer Gestaltungswille erkennbar ist und wo man sich gegenseitig als Partner wertschätzt. Genau diese Mischung haben wir hier gefunden. Besonders erfreulich: Der gemeinsame Schwerpunkt auf Kinderbetreuung und Bildung. Bei den Kitas und Schulen wollen wir nichts mehr dem Zufall überlassen und den Einsatz aller Ressourcen aus Land und Stadt auf den Bedarf unserer Familien hin optimieren. Der gemeinsame Plan: Der Medienentwicklungsplan der Schulen wird umgesetzt bis Ende 2021 und die Elternwünsche für OGS-Plätze werden bis 2023 erfüllt“, erörtert Anita Rick-Blunck.

„Die Übereinstimmungen unserer drei Parteien sind viel größer als manche beim ersten Blick erkennen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Wohnungsbau. Hier wollen wir u.a. gemeinsam die Idee umsetzen, über städtischen Parkplätzen ab dem ersten Obergeschoss Wohnungen zu bauen. So könnten ca. 300 neue Wohnungen in Bergisch Gladbach gebaut werden, ohne einen Quadratmeter Natur zu verbrauchen“, erläutert Andreas Ebert.

„Die Gemeinsamkeiten sind von uns schriftlich zusammengefasst worden. Trotzdem werden die Parteien eigene Wahlprogramme vorlegen. Daraus ergibt sich ein ganz neues Angebot an die Wähler*innen. Sie können bestimmen, ob sie das Bündnis wollen und auch, welche inhaltlichen Schwerpunkt sie mit ihrer Stimme setzen wollen: sozial, liberal oder grün“, betonen die drei Parteivorsitzenden.
„Mit diesem Bündnis und meiner Kandidatur wollen wir neue Wege gehen. Wir wollen die fortschrittlichen politischen Kräfte bündeln und ein neues kommunalpolitisches Kapitel für Bergisch Gladbach aufschlagen. Wir haben präzise Vorstellungen, für die wir werben und die wir in die Stadtgesellschaft tragen wollen. Wir laden alle ein, die sich dem sozialen Zusammenhalt, der ökologischen Erneuerung, einer zukunftsfähigen Bildungspolitik und der ökonomischen Vernunft verpflichtet fühlen, sich dabei einzubringen – auch über gewohnte Parteigrenzen hinweg. Dieses Bündnis ist ein Angebot an die Bürgerinnen und Bürger, uns gemeinsam auf den Weg zu machen, damit diese Stadt fit wird für die Zukunft“, fasst Frank Stein zusammen.

Weitere Informationen:

Grundlagenpapier
Lebenslauf Frank Stein
Rede von Frank Stein
Rede von Frank Stein auf YouTube

Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?

Nach der Landtagswahl 2017 ist die SPD-Landtagsfraktion durch unser Bundesland NRW gezogen und hat sich mit vielen Expert*innen darüber ausgetauscht, was einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag ausmacht. Am 9. September war Jochen Ott, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, zu Gast in Bergisch Gladbach, um im Rahmen der Reihe „Arbeitskreis vor Ort“ über die Ergebnisse zu sprechen sowie mit Expert*nnen und Bürger*innen darüber zu diskutieren.

Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?
Jochen Ott und ich kennen uns noch aus meinen Kölner Zeiten

Jochen Ott stellte zuerst die entwickelte Vision der Landtagsfraktion für einen guten, gerechten und gesunden offenen Ganztag vor. Danach diskutierte er gemeinsam mit den anderen ExpertenInnen Frank Stein (Beigeordneter und Jugenddezernent der Stadt Bergisch Gladbach), Dr. Sonja Frohleiks (Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Kippekausen) sowie Alwine Pfefferle (Geschäftsbereichsleiterin Kinder, Jugend, Familie und Beratungsdienste der AWO Rhein-Oberberg) darüber, was ihrer Meinung nach einen  guten, gerechten und gesunden offenen Ganztag ausmacht.

Was bedeutet für mich ein guter, gerechter und gesunder Offener Ganztag?

Unsere große Tochter hat das große Glück eine Offene Ganztagsgrundschule (OGS) zu besuchen, in die sie gerne geht. Trotzdem weiss ich auch, wo der „Schuh drückt“.
Gut ist deshalb für mich zu allererst ein Offener Ganztag, in den die Kinder mit Freude gehen. Das Wichtigste dafür sind Betreuer*innen, die „einen guten Draht“ zu den Kindern haben und neben fachlicher Qualifikation vor allen Dingen Herzenswärrme und Zugewandheit ausstrahlen.
Gerecht ist für mich, wenn jede Familie, die dies möchte, auch einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommt. Davon sind wir noch weit entfernt und es bedeutet u.a. in Bergisch Gladbach einen massiven Ausbau. Denn 95-100 Prozent der Familien möchten einen Platz. Weiterhin bedeutet Gerechtigkeit für mich, eine komplette Beitragsfreiheit für die Familien, inklusive Essen und Trinken für die Kinder. Jedes Kind sollte vom Kindergarten an einen kostenfreien Zugang zu guter Bildung haben. Nur so ist gesichert, dass alle Kinder dieselben Chancen bekommen.
Gesund bedeutet für mich, dass die Kinder genug Platz haben und sich in kindergerechten Räumlichkeiten aufhalten können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wichtig ist auch eine gesunde Ernährung, die den Kindern trotzdem schmeckt. Dafür ist es sehr wichtig, dass das Essen frisch zubereitet wird und die Kinder die Küche als einen spannenden Teil der Einrichtung erleben dürfen.

Was macht einen guten, gerechten und gesunden Offenen Ganztag aus?
v.l. Dr. Sonja Frohleiks, Jochen Ott, Frank Stein und Alwine Pfefferle

Konsens der Expert*innendiskussion war, dass der Offene Ganztag eine Bildungseinrichtung ist und sie wie alle anderen Bildungseinrichtungen vollständige kostenfrei für die Kinder sein müsse. Neben dem Ausbau muss darüber hinaus mehr Geld in die Qualität investiert werden.
Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass das wesentliche Problem der Dreiklang aus Zeit, Raum und Geld sein ist. Darauf müssen die Prioritäten der Politik und Verwaltung gelegt werden.

Abschließend fasste Frank Stein zusammen: “Schule und Jugendhilfe müssen viel mehr miteinander verzahnt werden. Eine offene Ganztagsschule aus einer Hand. Das muss unser Ziel sein.“

Über das Leben im Konzentrationslager Majdanek

„Erst am Tag wurden wir gewahr, dass von dem Transport kein einziger geblieben war. Man brachte nicht einmal ihre Kleidung zum Sortieren, sondern ließ sie zusammen mit den Packen auf einem großen Haufen verschimmeln.“
Mucksmäuschenstill lauschten die ZuhörerInnen den Worten von Frank Beer. Denn was sie hörten, traf sie bis ins Mark. Der Herausgeber mehrerer deutscher Buchausgaben über den Holocaust las vor rund 50 Gästen aus dem Zeitzeugenbericht des polnischen Juden Morchedai Strigler aus dem Konzentrationslager Majdanek in Polen vor.

Über das Leben im Konzentrationslager Majdanek
Frank Beer ist Herausgeber mehrerer deutscher Buchausgaben über den Holocaust.

„Nie konnte man wissen, womit man Iwan mild oder böse stimmte. Vielleicht wusste er es selbst nicht. Oft saß er und erzählte von seinem Zuhause, seinem Kind in einer weit entfernten russischen Stadt, von wo die „Germanskis“ ihn verschleppt hatten. Mitten während des Erzählens stand er plötzlich auf und begann, in wildem Zorn auf die Köpfe einzuschlagen“, wurde über den Stubendienst Iwan, einen Russen, berichtet.
Neben dem unfassbaren Grauen, gab es auch winzige Hoffnungsschimmer wie die Flucht eines Kindes. „Der Kleine hat unterdessen ganz ruhig den untersten Luftschlitz des Fensters geöffnet. Im großen Lärm bemerkte es niemand. Er steckt den Kopf in das offene Loch und zwängt den Körper vorsichtig ein Stück hindurch.“

75 Jahre ist die Befreiung des KZ Majdanek her. Diese Lesung am 10.9.2019 – eine Kooperation der SPD Bergisch Gladbach mit dem Refrather Café Credo – sollte an die Geschehnisse dort erinnern.

„Mordechai Striglers früher Augenzeugenbericht über Majdanek gehört zu den bedeutsamsten literarischen Texten über die Schoaherfahrung. Es war mir daher ein Herzensanliegen, für eine deutsche Ausgabe des Buches zu sorgen“, so der Refrather Sozialdemokrat.

Über das Leben im Konzentrationslager Majdanek
Für die Lebensfreude sorgte die Klezmer-Band „Die Zitrönchen“ der städtischen Max-Bruch-Musikschule.

Für die Lebensfreude sorgte an diesem Abend die Klezmer-Band der städtischen Max-Bruch-Musikschule. „Die Zitrönchen“ spielten zu Beginn drei wunderbar fröhliche Lieder und demonstrierten dem Publikum, wie lebensbejahend und beschwingt jüdische Musik sein kann.

Diese Lesung zu dem Buch „Majdanek – Verloschene Lichter I. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager“ zu organisieren, war mir eine Herzensangelegenheit. Es ist mir wichtig, dass wir uns an unsere Geschichte erinnern – auch wenn es sehr schmerzlich ist. Ich habe  Frank Beer 2017 kennengelernt, als wir zusammen mit anderen SozialdemokratInnen das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof besichtigt haben. Seine herausragende Arbeit hat mich sehr beeindruckt.

Über das Leben im Konzentrationslager Majdanek
Das Café Credo war bis auf den letzten Platz besetzt.

Hintergrundinformationen:
Der jiddische Schriftsteller und Journalist Mordechai Strigler wurde 1918 in dem polnischen Dorf Stabrów bei Zamość geboren.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er beim Versuch, die sowjetische Grenze zu überschreiten, von den Nazis gefasst und zu Zwangsarbeit in verschiedene Arbeitslager verschickt. Anfang 1943 ging er mit einem Transport nach Majdanek, wo er sieben Wochen lang Gefangener war. Kurz nach der Befreiung beschrieb er das dortige Lagerleben in seinem ersten Buch. Strigler wurde Anfang August 1944 von Skarzysko-Kamienna ins KZ Buchenwald verlegt, wo er am 11. April 1945 befreit worden ist. Seine Eltern und drei von sieben Schwestern fielen dem Holocaust zum Opfer. Nach der Befreiung begleitet der 27-jährige Strigler jüdische Kinder und Jugendliche aus Buchenwald, darunter ist der 17-jährige Eli Wiesel, mit dem Zug nach Paris. Er lässt sich in der französischen Hauptstadt nieder. In dieser Zeit arbeitet er als Journalist und verfasst gleichzeitig vier Bücher über seine Schoaherfahrung. 1952 emigriert er in die Vereinigten Staaten nach New York. Bis zu seinem Tode 1998 arbeitet er als Journalist. Der große Wert von Mordechai Striglers Büchern rührt von der hohen Objektivität seines Autors, der durch keinen Häftlingsposten korrumpiert worden war.

Von polnischen Juden, die die meisten Opfer des Holocaust zu beklagen hatten, hat es kein Zeugnisbericht zu einer hohen Auflage gebracht. So kam es, dass die Berichte erst 70 Jahre nach dem Krieg auf Deutsch gelesen werden konnten. Über das Geschehen in diesen Vernichtungslagern haben fast nur polnische Juden berichtet. Ihre Zeugnisse blieben lange Zeit unbeachtet. Dies führte in Deutschland zu Wissenslücken in der Geschichte der Vernichtungslager. Wer aber die ganze Wahrheit erfahren möchte über das Sterben in den Ghettos in Osteuropa, über die deutschen Vernichtungsaktionen, über das grausige Geschehen in den Todeslagern der SS und auch über die Kollaboration besonders von Ukrainern und Litauern, die einen substantiellen Beitrag zur Ermordung der Juden leisteten, der sollte die Texte der jiddischsprachigen Autoren lesen.

Abbiegeassistenten retten Leben

Abbiegeassistenten retten Leben
Kehrmaschine im Bensberger Milchborntal

Viele erinnern sich noch an den tragischen Unfall 2018 in Köln, bei dem ein siebenjähriger Junge von einem Müllwagen überrollt und tödlich verletzt wurde. Die Ursache war damals der tote Winkel des Müllfahrzeugs im Abbiegevorgang.

Das Problem der eingeschränkten Sicht von großen Fahrzeugen beim Abbiegen ist eine Gefahr insbesondere für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger. Diese werden im toten Winkel nämlich leicht übersehen.

Eine Gefahr, die sich durch sogenannte Abbiegeassistenten vermeiden lässt. Diese Technik verringert die Unfallgefahr erheblich. Bei Müllfahrzeugen wird sie in Bergisch Gladbach schon eingesetzt und positiv bewertet.

Deshalb habe ich mich zuerst in meiner SPD-Fraktion Bergisch Gladbach und anschließend auch mit der CDU-Fraktion Bergisch Gladbach dafür engagiert, dass die Verwaltung prüfen soll, ob die Nachrüstung von Abbiegeassistenten bei den anderen großen Fahrzeugen wie Kehrmaschinen im städtischen Fuhrpark und bei den Tochtergesellschaften sinnvoll ist. Hierzu gibt es einen gemeinsamen Antrag für den morgigen Ausschuss für Umwelt, Infrastruktur, Klimaschutz und Verkehr.

Die Verwaltung reagiert positiv auf die Idee: „Daher wird es als lohnend angesehen, eine umfassende Nachrüstung der großen Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten zu prüfen und so das Unfallrisiko zu verringern“, erläutert sie in der Vorlage Ö 16.10 für den Ausschuss für Umwelt, Infrastruktur, Klimaschutz und Verkehr am 11. September 2019.

Mehr Schutz für Bienen, Hummeln & Co.

Mehr Schutz für Bienen, Hummeln & Co.

Meine älteste Freundin Heidi ist Imkerin. Von ihr habe ich gelernt, wie wichtig Bienen, Hummeln und andere Insekten für unser Ökosystem sind. Als Bestäuber sorgen sie für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt. Erst durch die Bestäubung einer Samenpflanze kann die Befruchtung und damit die Samenbildung erfolgen. Sonst wächst nichts bzw. die Bestäubung muss mit sehr hohem Aufwand von Menschenhand erfolgen.

Wenn unsere Artenvielfalt durch  glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln und neonicotinoidhaltigen Insektenvernichtungsmitteln bedroht wird, müssen wir also etwas dagegen tun.
Deshalb habe ich mich zuerst innerhalb meiner SPD-Fraktion Bergisch Gladbach und anschließend auch mit der CDU-Fraktion Bergisch Gladbach dafür eingesetzt, dass die Stadt Bergisch Gladbach auf städtischen Flächen künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln und neonicotinoidhaltigen Insektenvernichtungsmitteln wie Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam, Thiacloprid, Acetamiprid und gleichartigen Nachfolgeprodukten verzichtet. Diese Regeln sollen auch bei neuen Pachtverträgen bzw. bei Vertragsverlängerungen oder -änderungen von städtischen Flächen gelten. Dies sind zwei Kernaussagen des gemeinsamen Antrags von SPD und CDU für den Ausschuss für Umwelt, Infrastruktur, Klimaschutz und Verkehr am 11. September 2019. Aktuell nutzt das städtische Grünflächenamt Glyphosat, wenn auch in geringerem Umfang. Neonicotinoide werden selbst nicht eingesetzt. Hier geht es um den künftigen Verzicht insbesondere auf verpachteten Flächen.

Kein Glyphosat und Keine Neonicotinoide mehr

Es gibt einzelne Studien, die einen Zusammenhang zwischen Krebs und Glyphosat festgestellt haben. Die Krebsforschungsagentur The International Agency for Research on Cancer der Weltgesundheitsorganisation kam 2015 nach der Betrachtung von Studien zu der Schlussfolgerung, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ bei Menschen ist. So umstritten die Risiken von Glyphosat für Menschen sein mögen, es ist für viele Lebewesen sehr schädlich. Das gilt beispielsweise für Insekten, Vögel, Bodentiere und im Pflanzenbereich für Beikräuter. Das Herbizid zerstört die Artenvielfalt und raubt vielen Tieren und Pflanzen den Lebensraum.
Neonicotinoidhaltige Insektenvernichtungsmittel sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) „ein Risiko für Wild- und Honigbienen“. Zudem gibt es laut EFSA Hinweise, dass sie schädliche Auswirkungen auf das menschliche Nervensystem haben können. Drei Pestizide aus dieser Wirkstoffgruppe wurden von der EU für den Einsatz im Freiland am 19. Dezember 2018 auf die schwarze Liste gesetzt: Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam. Frankreich ging noch einen Schritt weiter: Bereits ab dem 1. September 2018 wurden die Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid im Freiland verboten. Diese Mittel sind in Deutschland vorerst weiter erlaubt. Wir wollen deshalb schon jetzt dem französischen Vorbild folgen.

Förderung von Blühstreifen

Ausserdem wollen wir die Anlage von Blühstreifen fördern, um so mehr Nahrungsvielfalt für Insekten zu schaffen. Die Verwaltung wird Landwirte darum bei neuen Pachtverträgen in Zukunft automatisch auf die jeweils geltenden Fördermaßnahmen, z. B. für Blühstreifen, hinweisen und grundsätzlich bei neuen Verträgen prüfen, inwieweit Anreize zur Anlegung von Blühstreifen geschaffen werden können.

Foto: © Oldiefan, Pixabay

Kunst für einen nachhaltigeren Lebensstil

Kunst für einen nachhaltigeren Lebensstil
Christian Gollmer und ich bei der Präsentation der Weltbaustellen in Bergisch Gladbach

Was sind eigentlich Weltbaustellen? Die Kunstkampagne Weltbaustellen NRW will mit Kunst im öffentlichen Raum, auch Urbanart genannt, auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen aufmerksam machen. Zu diesen 17 Zielen gehören beispielsweise keine Hungersnot und Maßnahmen zum Klimaschutz.
Ich selbst versuche so nachhaltig wie möglich zu leben. Das fängt bei nachhaltigen Jeans und Turnschuhen (siehe Foto) an und hört bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen auf. Ich finde, Essen ist zum Essen da und nicht zum Wegschmeißen.
Ich danke Christian Gollmer und dem Forum für Nachhaltigkeit fürs Bergische dafür, dass sie die Kampagne Weltbaustellen nach Bergisch Gladbach geholt haben. Hoffentlich steigert sie die Wahrnehmung für die Sustainable Development Goals der UN und regt die Menschen in unserer Stadt zu einem nachhaltigeren Lebensstil an.

Gladbacher Empfang zum Weltfrauentag

Gladbacher Empfang zum Weltfrauentag
Ingrid Ittel-Fernau und Vera Werdes

Beim Weltfrauentag in der Villa Zanders war es so voll wie nie. Ich habe viele tolle Frauen getroffen, die ich sehr mag.

Gladbacher Empfang zum Weltfrauentag
Irmgard Noppe-Marx und Vera Werdes

Besonders berührend fand ich das Interview mit der Mitarbeiterin des Gladbacher Frauenhaus, ein Zufluchtsort für Frauen und Kinder in Not. Tränen gelacht habe ich bei dem Lied „In jeder Frau steckt ein kleines Stückchen Hefe“. Ein rundum gelungener Empfang!

Weitere Informationen finden Sie  hier.

Gladbacher Empfang zum Weltfrauentag
v.l. Vera Werdes, Brigitte Holz-Schöttler und UteStauer

Spendenunterstützung für Geflüchtete

Spendenunterstützung für Geflüchtete
v.l. Manieja Arjumand-Nooria, Brigitta Opiela, ich und Benedikt Bräunlich


Auf der Weihnachtsfeier der SPD Bergisch Gladbach haben die SozialdemokratI
innen insgesamt 835 Euro für zwei lokale karitative Projekte gespendet.
Die erste Spendenübergabe in Höhe von 417,50 Euro fand im Lückerather Wohnheim für Geflüchtete statt. Die Willkommensinitiative Refrath/Frankenforst ist seit gut einem Jahr hier aktiv.

Brigitta Opiela, die die Spenden für die Willkommensinitiative entgegen nahm, und Manieja Arjumand-Nooria, die Leiterin der Unterkunft, schilderten Benedikt Bräunlich (stellvertretender SPD-Vorsitzender) und mir, wie das Leben in der Flüchtlingsunterkunft ist und welche Perspektiven die Menschen haben.

„Ich bin den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften, die sich mit so viel Herzblut um die BewohnerInnen kümmern, sehr dankbar für ihre Arbeit. Es ist eine Aufgabe, die viel Empathie und Kraft braucht.“

Weitere Informationen zur Spendenübergabe finden Sie hier.