Mehr Schutz für Bienen, Hummeln & Co.

Mehr Schutz für Bienen, Hummeln & Co.

Meine älteste Freundin Heidi ist Imkerin. Von ihr habe ich gelernt, wie wichtig Bienen, Hummeln und andere Insekten für unser Ökosystem sind. Als Bestäuber sorgen sie für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt. Erst durch die Bestäubung einer Samenpflanze kann die Befruchtung und damit die Samenbildung erfolgen. Sonst wächst nichts bzw. die Bestäubung muss mit sehr hohem Aufwand von Menschenhand erfolgen.

Wenn unsere Artenvielfalt durch  glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln und neonicotinoidhaltigen Insektenvernichtungsmitteln bedroht wird, müssen wir also etwas dagegen tun.
Deshalb habe ich mich zuerst innerhalb meiner SPD-Fraktion Bergisch Gladbach und anschließend auch mit der CDU-Fraktion Bergisch Gladbach dafür eingesetzt, dass die Stadt Bergisch Gladbach auf städtischen Flächen künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln und neonicotinoidhaltigen Insektenvernichtungsmitteln wie Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam, Thiacloprid, Acetamiprid und gleichartigen Nachfolgeprodukten verzichtet. Diese Regeln sollen auch bei neuen Pachtverträgen bzw. bei Vertragsverlängerungen oder -änderungen von städtischen Flächen gelten. Dies sind zwei Kernaussagen des gemeinsamen Antrags von SPD und CDU für den Ausschuss für Umwelt, Infrastruktur, Klimaschutz und Verkehr am 11. September 2019. Aktuell nutzt das städtische Grünflächenamt Glyphosat, wenn auch in geringerem Umfang. Neonicotinoide werden selbst nicht eingesetzt. Hier geht es um den künftigen Verzicht insbesondere auf verpachteten Flächen.

Kein Glyphosat und Keine Neonicotinoide mehr

Es gibt einzelne Studien, die einen Zusammenhang zwischen Krebs und Glyphosat festgestellt haben. Die Krebsforschungsagentur The International Agency for Research on Cancer der Weltgesundheitsorganisation kam 2015 nach der Betrachtung von Studien zu der Schlussfolgerung, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ bei Menschen ist. So umstritten die Risiken von Glyphosat für Menschen sein mögen, es ist für viele Lebewesen sehr schädlich. Das gilt beispielsweise für Insekten, Vögel, Bodentiere und im Pflanzenbereich für Beikräuter. Das Herbizid zerstört die Artenvielfalt und raubt vielen Tieren und Pflanzen den Lebensraum.
Neonicotinoidhaltige Insektenvernichtungsmittel sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) „ein Risiko für Wild- und Honigbienen“. Zudem gibt es laut EFSA Hinweise, dass sie schädliche Auswirkungen auf das menschliche Nervensystem haben können. Drei Pestizide aus dieser Wirkstoffgruppe wurden von der EU für den Einsatz im Freiland am 19. Dezember 2018 auf die schwarze Liste gesetzt: Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam. Frankreich ging noch einen Schritt weiter: Bereits ab dem 1. September 2018 wurden die Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid im Freiland verboten. Diese Mittel sind in Deutschland vorerst weiter erlaubt. Wir wollen deshalb schon jetzt dem französischen Vorbild folgen.

Förderung von Blühstreifen

Ausserdem wollen wir die Anlage von Blühstreifen fördern, um so mehr Nahrungsvielfalt für Insekten zu schaffen. Die Verwaltung wird Landwirte darum bei neuen Pachtverträgen in Zukunft automatisch auf die jeweils geltenden Fördermaßnahmen, z. B. für Blühstreifen, hinweisen und grundsätzlich bei neuen Verträgen prüfen, inwieweit Anreize zur Anlegung von Blühstreifen geschaffen werden können.

Foto: © Oldiefan, Pixabay