Familienfreundliche Offene Ganztagsgrundschulen

Wir brauchen in Bergisch Gladbach und Rösrath mehr Plätze in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS). Die Familien müssen sich sicher sein können, dass sie für ihr Kind eine verlässliche Betreuung haben. Auch vor und nach dem Schulunterricht. Und zwar in einer wohnortnahen Grundschule. Ein freier OGS-Platz sollte nicht zum wichtigsten Kriterium für die Auswahl der Grundschule werden. Deshalb müssen wir die räumlichen Kapazitäten von OGS dringend ausbauen. Ein besonderes Problem sind oft die fehlenden Räumlichkeiten, in denen die Kinder in Ruhe essen können. In Bergisch Gladbach und Rösrath besteht dringender Handlungsbedarf. Die meisten OGS sind mehr als ausgelastet und müssen trotzdem Kinder ablehnen.

Wir brauchen eine solide Finanzierung, damit die Offenen Ganztagsgrundschulen gut ausgestattet sind und ihre Mitarbeiter auch angemessen und gerecht nach Tarif bezahlen können. Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass das Land NRW auch weiterhin jeden zusätzlich beantragten Platz mitfinanzieren wird.

Wir brauchen eine gute Betreuungsqualität. Dafür müssen wir uns intensiv mit den benötigten Qualifikationen auseinandersetzen und festlegen, welche konkreten Ansprüche wir an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OGS haben. Diese konkreten Vorgaben gibt es sowohl für die Kindergärten als auch für die Schulen. Für die OGS sind sie bislang relativ weit gefasst. Wir brauchen deshalb eine Qualitätsoffensive und landesweit einheitliche Qualitätsstandards. Dies betrifft auch die Kinder mit einem besonderen Förderbedarf, ansonsten scheitert Inklusion.

„Befristete Arbeitsverträge sollte es nur noch geben dürfen, wenn sie sachlich begründet werden können. Ansonsten sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im OGS-Bereich unbefristet eingestellt werden.“

Wir brauchen eine Personalpolitik, die auf Beständigkeit setzt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Arbeitsperspektive gibt. Kurzfristige Arbeitsverträge, teilweise sogar nur für ein halbes Jahr, dürfen nur die Ausnahme sein. Ansonsten hat man wenig Chancen, gutes Fachpersonal für unsere Kinder zu bekommen.

Wir brauchen flexible Betreuungszeiten. Familien brauchen die Gewissheit, dass ihre Kinder auch vor und nach dem regulären Schulunterricht gut aufgehoben sind. Unflexible Betreuungszeiten von 11.30 bis 16.30 Uhr erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das bringt für viele Familien zusätzlichen Stress.

„Mir blutet das Herz, wenn ich höre, dass Kinder kein warmes Mittagessen bekommen, weil die Eltern dies nicht bezahlen können. Und auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das eine schreckliche Situation. Kostenloses Essen und Trinken für alle Kinder hat für mich höchste Priorität und sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“

Wir brauchen langfristig gesehen – auch für die Offenen Ganztagsgrundschulen – eine komplette Beitragsfreiheit für die Familien, inklusive Essen und Trinken für die Kinder. Jedes Kind sollte vom Kindergarten an einen kostenfreien Zugang zu guter Bildung haben. Nur so ist gesichert, dass alle Kinder dieselben Chancen bekommen.